Deutschland » Flüsse Deutschland | Mosel

Der berühmte Fluss mit den Weinbergen und schmucken Ortschaften.


Flüsse Deutschland | Mosel : Steckbrief & Übersicht

Gewässer-Bewertung

Länge des Wasserwegs: 242 km
Anzahl Schleusen: 12
Schleusendimensionen: 110.00 x 11.40
Max. Tiefgang: 2.50
Max. Durchfahrtshöhe: 4.00
Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll
Voraussetzungen: Boots-Führerschein vorgeschrieben
Gewässercharakter: keine Bewertung
Gewässerprofil: Grossschifffahrts-Wasserstrasse
Landseitige Infrastruktur: Gut

Weitere Informationen

Gewässer hat Anschluss an:

Flüsse Deutschland | Rhein
Rivière Moselle, France | Flüsse in Frankreich
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Weinberge bei Leiwen. Foto: Victorchen
Die Mosel als Grosswasserstrasse, oder vom Rhein in die Vogesen
Die Quelle der Mosel liegt einige Kilometer nördlich von Mülhausen (Mulhouse) in den Vogesen. In Epinal stösst  sie auf den Seitenarm des Canal des Vosges. Danach begleitet sie den Canal des Vosges bis Richardmenil, wo dieser dann in die nun schiffbare Mosel mündet. Ab PK 213 befindet sie sich zur Gänze auf Deutschem Gebiet. Nach weiteren 213 Kilometern fliesst die Mosel bei Koblenz in den Rhein.


Hafen & Marina Sennheim.
Tourismus:
Die Mosel ist weit herum bekannt für ihre wunderschönen Weindörfer und den dazu gehörenden Rebbergen. Neben Koblenz, welches ja eigentlich am Rhein liegt, ist Trier sicher die interessanteste Stadt am Fluss. Die uralte Stadt  wurde schon 1300 Jahre vor Christus durch die Treverer gegründet und erhielt 16 v.Chr. von den Römern das Stadtrecht. 70 n.Chr. bauten die Römer hier eine Brücke (die wohl Erste) über die Mosel, 30 Jahre danach das Amphitheater für 25'000 Zuschauer.
Obschon die untere Mosel einen starken Frachtverkehr aufweist, wird diese von sehr vielen Hobby-Skippern rege benutzt, sei es auf der Durchfahrt in den Süden nach Frankreich oder an die Saar. Für viele  Wassersportler ist dieses wunderschöne, gastliche Tal, aber das Ziel.
Wie auf allen grösseren Gewässern Deutschlands besteht auch hier Bootsführerscheinpflicht, weshalb beinahe keine Miet-Hausboote anzutreffen sind.
Es bestehen Bestrebungen, das Flussstück zwischen der Saarmündung und der französischen Grenze für führerscheinfreie Hausboote zu öffnen, um diesen die Sauerkrauttour zu ermöglichen. Siehe dazu Saar und Kohlekanal.

Orte an der Mosel
Koblenz / Winningen / Brodenbach - Burgen / Treis-Karden / Cochem / Senheim / Merl / Traben-Trarbach / Bernkastel-Kues / Marina Neumagen / Schweich / Pölich / Trier / Konz

Das Neumagener Weinschiff  "Stella Noviomagi"
oder das Grabmal eines Römischen Weinhändlers aus der Zeit um 220 n.Chr.

Die "Stern von Neumagen" ist eine Remineszenz an das in  Neumagen- Dhron gefundene Weinschiff.
 
Bei diesem Fund handelt es sich um ein in Stein gehauenes Monument eines römischen Schiffes, welches beladen mit Weinfässern als Binnenschiff zum Transport eingesetzt wurde und seither als Zeugnis einer fast 2000-jährigen Weinbaugeschichte im Rheinischen Landesmuseum Trier zu bewundern ist. Neumagen-Dhron hat als ältester Weinort Deutschlands in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Landesmuseum und der Handwerkskammer Trier dieses Schiff in Handarbeit erbauen lassen und so ein Stück römischer Geschichte belebt.

Die Römer in Neumagen-Dhorn

Auszug aus dem Mosel-Reiseführer.
Noviomagus hiess der Ort bei den Römern und bekannt ist er durch Decimus Magnus Ausonius. In seiner "Mosella" schwärmt er nach einer Hunsrückdurchquerung: "... Und endlich erblicke ich zuerst im belgischen Lande Noviomagus, des seligen Constantin erlauchte Feste. Reiner liegt hier die Luft auf den Feldern ... jetzt ist verscheucht der Nebel."

Die römische Befestigungsanlage war etwa 100 x 130 m gross, hatte vierzehn Türme und zwei Tore. Sie ist ein Beispiel für die letzte grosse Blütezeit des römischen Imperiums an der Mosel, die mit Konstantin begann (306). In der frühen Kaiserzeit waren die Orte in unserer Region oft nicht befestigt. Erst mit den Germaneneinfällen wurde das Land unsicher und damit Stadtmauern nötig. Erstaunlicherweise wurden in Noviomagus für die Fundamente der Anlage Steine älterer Grabmale benutzt. Als diese 1877-85 ausgegraben wurden, fand man über tausend Stücke, die sich zum Teil zu Grabmonumenten, Altären und Skulpturen zusammensetzen liessen. Sie schildern uns Leben und Sterben, Handel und Wandel, Schule, Alltag und Feste unserer Vorfahren in früherer Zeit. Die Funde waren so beeindruckend, dass Neumagen mit Pergamon verglichen wurde.

Warum aber hatten Konstantins Bauleute so pietätlos die alten Grabsteine und Altäre im Fundament verbaut? Wir wissen es nicht sicher. Vielleicht war den Christen aber auch der alte, heidnische Totenkult ihrer Vorfahren nicht erhaltenswert - im Gegenteil.

Die meisten Fundstücke befinden sich heute im Landesmuseum in Trier, ein Abguss des berühmten Weinschiffs, das einst monumentale Grabmal eines reichen Händlers zierte, steht vor der Peterskapelle. Der »Archäologische Rundweg« (ein Infoblatt ist in der Tourist Info erhältlich) führt zu weiteren Denkmälern in Neumagen.
Der Ort selbst wirkt fast ein wenig kleinstädtisch, mit schönen Winzerhöfen und Bürgerhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Im ehemaligen Amtshaus der Grafen von Sayn-Wittgenstein zeigt das kleine Heimatmuseum Reste aus römischer Zeit und Exponate von Moselfischerei, Schifffahrt und Weinbau.

Der Yachthafen ist zu einer Attraktion für Neumagen geworden und zieht Sportschiffer und Wasserstrassen-Wanderer in den Ort.

Unterhalb des Yachthafens liegt die »Stella Noviomagi« in ihrem Hafenbecken. Die »Stella« ist ein fahrtüchtiger Nachbau des berühmten Neumagener Weinschiffs. Gruppen bis 40 Personen können das Schiff für einen 2-stündigen Ausflug auf der Mosel chartern.



Antoniuskeller in Zell. Foto: Norbert Kuipers
Küche und Keller
An der Mosel wird vor allem Riesling, Müller Thurgau und Blauburgunder angebaut. Wobei in den einzelnen Weingütern noch Dutzende von Spezialitäten angeboten werden. Die Küche wird natürlich durch die Weine der Gegend bestimmt, sei es nun ein Fischrezept, z.B. Zahnderfilet an Riesling-Trauben-Sauce oder Fleisch, z.B. der berühmte Ratsherrentopf à la Moser.  Es kann auch etwas Feines sein, z. B. ein Amuse Geule von Peter Kopowski im "Burg Thurant" zu Alken...