Frankreich » Canal du Nivernais | Kanäle in Frankreich

Der wunderschöne alte Kanal am Oberlauf der Yonne mit seinen noch von Hand bedienten Schleusen. Ein Geheimtipp!


Canal du Nivernais | Kanäle in Frankreich: Steckbrief & Übersicht

Gewässer-Bewertung

Länge des Wasserwegs: 174 km
Anzahl Schleusen: 108
Schleusendimensionen: 38.50 x 5.08
Max. Tiefgang: 1.20
Max. Durchfahrtshöhe: 2.50
Schwierigkeitsgrad: Für Anfänger (viele Schleusen)
Voraussetzungen: Für Mietboote führerscheinfrei
Gewässercharakter: zurück zur Natur, alter Wasserweg zum wieder entdecken
Gewässerprofil: Nur noch touristisch genutzt
Landseitige Infrastruktur: Gut

Weitere Informationen

Gewässer hat Anschluss an:

Canal de Bourgogne | Kanäle in Frankreich
Canal latéral à la Loire | Kanäle in Frankreich
Rivière Yonne, France | Flüsse in Frankereich


Eine der letzten Zugbrücken am Kanal / Foto: wasserwege.eu, Kurt Frey
Der Nivernais-Kanal
1784 begann man mit dem Bau des Canal du Nivernais, welcher von der Loire bei Decize nach Auxonne an der Yonne führt. Eigentlich ging es beim Bau nicht darum, die Loire mit der Yonne zu verbinden, diente doch der Kanal zu Beginn lediglich der Holzflösserei aus dem Gebiet um Châtillon en Bazois nach Paris. Ab 1843 diente der Kanal auch der Berufsschifffahrt, welche jedoch wegen der zu kleinen Schleusen schon längst wieder eingestellt ist. Heute dient der wunderschöne Kanal in den Ausläufern des Morvan ausschliesslich dem Hausboot-Tourismus. 


Der Gemeindehafen von Vincelles / Foto: wasserwege.eu - Kurt Frey
Information zum Canal du Nivernais
Ein wunderschöner, sehr abwechslungsreicher Kanal inmitten einer weiten Gegend mit sanften Hügeln. Auch trifft man immer wieder auf diese kleinen, typischen Dörfer und Städte. Seine zum Teil uralten Holzschleusen, Hebebrücken und Tunnels machen den Nivernais zu einem der interessantesten Wasserwege in Frankreich.
Nachteil: Eher etwas unsportliche Leute finden in der nördlichen Hälfte vielleicht etwas gar viele Schleusen vor.


Dorfeingang von Mailly le Château / Foto: wesserwege.eu - Kurt Frey
Wichtige Ortschaften:
Auxerre, die Hauptstadt des Nièvre, eine wunderschöne Stadt mit allen Annehmlichkeiten und einem schönen Hafen. Die Stadt liegt an der Yonne und ist damit auch der nördliche Endpunkt des Canal du Nivernais.
Vermenton:  Zum heimeligen Hafen dieses kleinen Städtchens gelangen sie über einen kurzen Stichkanal mit 2 Schleusen. Nettes Restaurant, Bootsmechaniker und Supermarchée unweit des Hafens.


Schleuse auf der Yonne / Foto: wasserwege.eu - Kurt Frey
Clamency: Schöne mittelalterliche Stadt mit Sitz der Sous-Préfecture.
Chatillon-en-Bazois:  Kleines, typisches französiches Städtchen mit einem etwas düsteren Schloss gleich am Hafen.
Dezice: Am südlichen Ende des Kanals, an der Loire liegt diese stolze, mittelalterliche Schifferstadt mit Anschluss an die Loire, den Canal latéral à la Loire und den Canal du Nivernais.

Der Weg vom Süden zur Kirche
Der Weg vom Süden zur Kirche / Foto: wasserwege.eu - Kurt Frey
Das Dörfchen Chevroches, zwischen der Yonne und dem Kanal liegend, war einst ein wichtiger Umschlagplatz für Natursteine.
Diese wurden mit Pferdefuhrwerken an den Kanal gebracht und ab dort mit Barken nach paris transportiert. Das alte Steimhäuschen am Hafen diente den Arbeitern und Steinmetzten als Zuflucht bei schlechtem Wetter.

Der Weg vom Norden zur Kirche
Der Weg vom Norden zur Kirche / Foto: wasserwege.eu - Kurt. Frey
Aber dies alles macht den Ort noch lange nicht seltsam. Wirklich zu denken geben eigentlich die Strassennamen. So heisst zum Beispiel das Strässchen von der Hauptsrasse zu Kirch und Gemeindehaus "Rue de l'Enfer", nach der Kirche jedoch "Allée du Paradis" ...
Auszug aus dem Artikel "Canal du Nivernais" in der Ausgabe 1/2010 in der Zeitschrift "Kanäle und Flüsse.


Die "General Leclerc" bei Corbigny / Foto: Wasserwege.u - Kurt Frey