Irland » Shannon - Erne Waterway | Irland

Das Hausboot-Mekka in Irland.


Shannon - Erne Waterway | Irland: Steckbrief & Übersicht

Gewässer-Bewertung

Länge des Wasserwegs: 61 km
Anzahl Schleusen: 16
Schleusendimensionen: 24.00 x 4.50
Max. Tiefgang: 1.20
Max. Durchfahrtshöhe: 3.00
Schwierigkeitsgrad: Für Anfänger (wenig Schleusen)
Voraussetzungen: Für Mietboote führerscheinfrei
Gewässercharakter: zurück zur Natur
Gewässerprofil: Nur noch touristisch genutzt
Landseitige Infrastruktur: Gut

Weitere Informationen

Gewässer hat Anschluss an:

Shannon Navigation - Lough Key & Lough Allen
Ulster Canal & Blackwater River
Atlantik

Boots-Tourismus in Irland

Hausboot- und Narrowboat-Ferien auf den Shannon-Erne

Unsere Partner:

Locaboat Holidays, Ballinamore

Andere Vermieter: Riversdale Barge Holidays, Ballinamore / Corraquill Cruiing Holidays, Derrylin


Haugthon's Shore Marina & unser Boot. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu
Shannon-Erne Waterway
Ballynamore and Ballyconnell Canal

Totgesagte leben länger....
Wenn dieses alte Sprichwort je auf ein Gewässer zutraf, so ist es auf den Ballinamore and Balliconnell Canal. Da die Gesetzte in Irland im 18ten Jahrhundert vorschrieben, dass ein Kanal der Entwässerung und dem Transport zu dienen hätte, mussten jeweils grosse Kompromisse eingegangen werden und zuletzt war dann beiden Anliegen nicht richtig gedient.

Zusammen mit Shannon und Ulster Kanal war er als Verbindung von Limerick nach Belfast gedacht, nach der Eröffnung 1860 stellte man ernüchtert fest, dass auf dieser Strecke nichts zu transportieren war. Nachdem in den ersten 9 Jahren seines Bestehens ein knappes Dutzend Frachter (im Gesamten!) den Kanal befuhren, wurde dieser nur noch für die Bewässerung benutzt und verfiel zusehends.
Der sich prächtig entwickende Bootstourismus auf dem Shannon veranlassten die IWAI und den Rat von Leitrim eine Untersuchung, über die Möglichkeit einer Wiederherstellung.
Schon 1991 wurde mit der Renovation des Kanals begonnen, kräftig unterstützt vom EU-Regionalfond, und 1994 wurde der nun Shannon-Erne Waterway genannte Kanal von Politikern aus Irland und Nordirland eingeweiht. Heute ist der Shannon-Erne Irlands modernster Wasserweg.

Reisebericht

Text & Fotos von Constant Pafsides, unterwegs mit einer Penichette von Locaboat Holidays.

Der vollständige Artikel erschien in der Zeitschrift "wasserwege.eu", Ausgabe 2/2013


Die Locaboat-Basis in Ballynamore. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu
Wir schreiben Ende Oktober 2012,
der Morgen geht zu Ende und wir verlassen die Locaboat-Basis in Ballinamore, vor uns liegt ein Törn auf dem Fluss Erne in Ulster.
Aber alles der Reihe nach! Wir sind am frühen Samstagnachmittag in Dublin gelandet, wo uns Matin’s Coach für den Transfer erwartet. Wir benötigten für die 140 Kilometer 2 0,5 Std.! Die Strassen sind hier wirklich schmal! In Ballinamore erwartet uns unser Boot, startbereit, einladend und mit funktionierender Heizung.
Die von uns bestellten Waren sind schon an Bord, die Formalitäten schnell und umfassen abgewickelt. Doch benutzen wir die Gelegenheit, unsere Vorräte im SuperValu, welcher täglich von 7 30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet hat, mit Frischprodukten zu ergänzen. Dies vor allem, weil wir beschlossen haben, diese Woche ausschliesslich Irländisch zu essen und zu trinken.
Wir beginnen damit gleich bei Scmhit’s Siopa Ol, einem der Pubs in Ballinamore, welcher richtiges Essen anbietet.



Erne-Schleuse. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu
Die „Shannon-Erne-Waterways“ verbinden Shannon in Eire (Republik Irland) mit dem Erne in Ulster (Nordirland, Vereinigtes Königreich).
Mit Ausnahme des Trinkwassers müssen alle Dienste bezahlt werden. An der Basis sind Chipkarten mit 10 oder 20 Punkten, 10 Punkte kosteten letztes Jahr 6.35 €. Die Durchfahrt einer Schleuse kostet 1 Punkt. Die Karten sind bei allen Vermietern, Marinas und in einigen Läden und Supermärkten erhältlich.
Die Schleusen auf den „Shannon-Erne-Waterways“ sind täglich von 09 00 Uhr bis 20 00 Uhr geöffnet. Bei Problemen an einer Schleuse, kann man mit einer Taste das Überwachungspersonal anrufen, welches in der Regel sehr schnell zur Stelle ist. Vom „Shannon-Erne-Wasserweg“ zum „Lower Lough Erne“.


Irland, die grüne Insel. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu

Auf der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

Es ist Sonntagmorgen geworden.
Wir haben das erste Irische Frühstück genossen und begeben uns endlich auf die „Shannon-Erne-Waterways“. Nach 1/4 Std. Fahrt erwartet uns die Schleuse No 5, Ardrum. Wir legen unsere Penichette am Wartesteg an, um unsere erste Schleusung in Richtung Erne vorzubereiten. Nachdem wir die Schleuse No 4, Aghoo hinter uns gelassen und den Lough Garadice (Lough = See) durchquert haben, machen wir in Haughton‘s Shore Mooring, beim Übergang zum Woodford Canal, einen Zwischenhalt, wir haben Hunger! Dieser Halt ist sehr gut ausgestattet und verfügt über Frischwasser, eine Absaugvorrichtung für Schwarzwasser und sanitäre Einrichtungen. Danach geht es zügig weiter gegen Osten. Wir durchqueren die Seen Ballymagauran, Derrycassan und Coologe zwischen zwei Bojen-Reihen, welche gewährleisten, dass wir auf dem schiffbaren Teil der Gewässer bleiben. Nach dem Schleusen der No 3, Skelan, befinden wir uns bis zum Ziel unserer heutigen Etappe, dem Städtchen Ballyconnell, auf dem Woodford River.
Selbstverständlich beginnt es genau beim Anlegen am öffentlichen Steg zu Regnen. Wir finden jedoch auch hier Trinkwasser, Schwarzwasser- Pumpe und sanitäre Anlagen vor. Das kleine Städtchen Ballyconnell befindet sich am Fuss der „Slieve Rushen Montain“ und hat ca. 800 Einwohner. Diesen stehen ein SuperValu-Markt, einige Pubs und 3 Restaurants zur Verfügung. Wir haben im „Italienischen“ Restaurant gegessen, da das uns an der Basis empfohlene „Polo D“ leider sonntags geschlossen hat.


Vorbei am Königsschloss. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu
Montagmorgen, wir verlassen gutgelaunt, unter einem schon beinahe blauen Himmel, das Städtchen, es geht weiter in Richtung Erne. Gleich zu Beginn unserer heutigen Etappe haben wir die Schleusen No 2, Ballyconnell und No 1, Corraquill bewältigt. Die No 1 liegt auf der Grenze zwischen Irland und Uster. Hier fand denn am 23. Mai 1994 auch die offizielle Eröffnung des Wasserwegs statt. Ein gravierter Stein erinnert an dieses für die beiden „Länder“ wichtige Ereignis. Wir befinden uns nun also auf der Nordirischen Seite des Woodford Rivers, welches allerdings bald darauf in den Erne River mündet. Wir bleiben auf dem westlichen Arm des Erne und passieren den „Gad Tower“, ein Turm aus dem Mittelalter, welcher sich in der Mitte des Erne befindet und belegen am Ponton von Crom Castle. Wir beginnen den Besuch der Insel mit einer Besichtigung der kleinen Ausstellung von Crome Castel, wo es auch regionale Produkte zu kaufen gibt. Der Eintrittspreis für eine Familie beträgt € 8.50 für die ganze Tour (Tel: 028 6773 8118). Bevor wir jedoch die Tour durch den Schlosspark angehen, lassen wir uns einen herrlichen Coleslaw schmecken. Nach diesem einfachen Mal besichtigen wir das alte und neue Crom Castle. Nach dieser kleinen Entdeckungsreise geht unser Törn weiter Richtung Knockninny, dem Ende unserer heutigen Etappe. Beim Verlassen der Liegestelle Crom Castle erblicken wir über Backbord die Kirche Derryvore. Trana Island lassen wir ebenfalls links liegen und passieren die Brücke mit ihren 8 Pfeilern. Davor haben wir die Trannish und rechts liegen gelassen, danach fahren wir zwischen den Inseln Inishlugh, Aghinish und Edergole durch, dann taucht leicht links unser heutiges Etappenziel, Kockginny auf. Auch hier finden wir die üblichen Infrastrukturen vor. In der Nähe befindet sich auch das Knockninny Country House mit Marina, mit Hotel und Restaurant.


Goldwasser am Erne. Foto: Constant Pafsides / wasserwege.eu
Der Donnerstagmorgen empfängt uns wieder unter einem wunderschön blauen Himmel! Nachdem wir die „Alte“ und „Neue“ Brücke hinter uns gelassen haben, fahren wir dem Schloss der Königin von England entlang. Die Flagge war leider nicht gehisst, was für die Engländer bedeutet, dass die Königin also nicht anwesend ist. Wir fahren nun weiter zu Berg und können etliche prächtige Landhäuser bewundern, bevor sich der Fluss wieder trennt. Für den Rückweg nehmen wir den Ostarm des Erne und legen in Carrybridge zum Essen an. Nach dem Mittag wird es auch auf dem Upper Lough Erne etwas ungemütlich, es kommt starker Wind auf und der See wird etwas bewegt. Wir werden dafür mit einem Schauspiel zwischen grauen bis schwarzen Wolken, blauem Himmel und vielen wundervollen Regenbogen verwöhnt. Bald sind wir wieder auf dem Woodford River in Richtung Ballinamore, wo wir mitten in der Natur bei Aghlane bei der konfortablen Marina belegen. Hier wird sogar Strom geboten. Da hier weit und breit kein Pub zu finden ist, kochen wir das irische Nationalgericht an Bord!

Freitag. Heute Morgen starten wir bei Regen. Ja – es regnet auch in Irland – und wie! Auf den nördlich der Shannon-Erne-Waterways gelegenen Bergen Sölieve Rushden, Cuilcagh und Slievenakilla bleibt der erste Schnee liegen. Bei Haughton’s Shore Mooring am Eingang zum Woodword Kanal machen wir einen kleinen Ausflug. Das Wasser dieses Kanals ist sehr torfhaltig, was dem Wasser bei den kleinen Stauwehren eine Farbe veleiht, welche an Gold denken lässt. Am Abend sind wir zurück in Ballinamore, wo denn unser Aufenthalt in Irland zu Ende geht. - Begleitet von vielen Guinness im Pub von Ballinamore.

Shannon-Erne Waterway Navigation Information



The Inland Waterways Association of Ireland / Homepage