Irland » Shannon Navigation - Lough Key & Lough Allen

Das Hausbootrevier Irlands.


Shannon Navigation - Lough Key & Lough Allen: Steckbrief & Übersicht

Gewässer-Bewertung

Länge des Wasserwegs: 240 km
Anzahl Schleusen: 10
Schleusendimensionen: 19.50 x 4.00
Max. Tiefgang: 1.20
Max. Durchfahrtshöhe: 3.00
Schwierigkeitsgrad: Für Anfänger (wenig Schleusen)
Voraussetzungen: Für Mietboote führerscheinfrei
Gewässercharakter: zurück zur Natur
Gewässerprofil: Nur noch touristisch genutzt
Landseitige Infrastruktur: Gut

Weitere Informationen

Gewässer hat Anschluss an:

Grand Canal & Barrow Line | Canals of Ireland
Royal Canal | Irland
Shannon - Erne Waterway | Irland
Atlantik


Licht und Schatten. Foto: Walter Würsten
Shannon Navigation
Shannon River, Lough Derg, Lough Ree, Lough Key, Lough Allen

Eines der bekanntesten und schönsten Hausboot-Reviere der Welt!

Die Shannon Wasserstrasse
Irland, eine Insel, ein Begriff: Eigenwillig! Irgendwie sind sie hier einfach so, die Landschaft, die Menschen, das Wetter. Kaum ein anderes Revier auf der Welt bietet solche grossartigen Landschafts-Szenerien, kaum ein anderes Revier jedoch auch solche plötzlichen Wetterwechsel! Wer Natur pur nicht verträgt, hat hier nichts zu suchen! Auch sollte man sich vor dem Befahren des Lough Derg und Lough Ree unbedingt vergewissern, ob keine starken Winde angesagt sind. Seeungeheuer wie im Loch Ness werden Sie keine vorfinden, dafür wimmelt es von Fischen!


Shannon-Stimmung. Foto: Water Würsten

Boots-Tourismus in Irland

Hausboot & Narrowboat-Ferien auf der Shannon Navigation

Unsere Partner:

Locaboat Holidays

Andere Vermieter: Carrick Craft; Kinego Marina, Lurgan / Emerald Star, Carrik on Shannon, Athlone / Lough Ree Cruisers, Athlone / Pleasure Cruisers, Rooskey / Shannon Castle Line, Williamstown Harber, Whitegate / Shannon Privat Cruisers, Dromond / Shannon Sailing Ldt., Dromineer / Siver Line Cruiser, Banagher / Spirit of Killaloe, Killaloe / Waveline Cruisers, Glassan Athlone


Rinder am Shannon. Foto: Walter Würsten



Reisebericht

Text & Fotos von Dr. Jürgen Reiter, unterwegs mit einer Penichette von Locaboat Holidays.

Der vollständige Artikel erschien in der Zeitschrift "wasserwege.eu", Ausgabe 4/2013


Auf dem Shannon. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Einwegtouren
 eignen sich sehr gut, um in gleicher Zeiteinheit mehr eines Wasserwegs zu erfahren.
Nach einem Abstecher in die Erne Region starteten wir den zweiten Teil unserer Reise in Richtung Shannon in Ballinamore. Es war Anfang Juni 2013 und das irische Wetter war uns sehr wohl gesonnen. Diese kleine Stadt liegt etwa auf halber Strecke zwischen Erne und Shannon. Der Supermarkt ist nicht weit vom Anleger entfernt, ebenso wie die Hauptstrasse mit den vielen Pups auf beiden Strassenseiten. Im dem einen oder anderen wurde auch Musik gemacht, so wie man sich das in Irland vorstellt. Da Ballinamore kein wirklicher Touristen - Ort ist, war man wirklich unter feiernden Iren. Einziger Kritikpunkt : Leider hat die Technik mittels Verstärker auch in den irischen Pups Einzug gehalten. Die Lautstärke durch Musik und viele feiernde Menschen ist, selbst bei nicht mehr ganz so gutem Gehör, grenzwertig.

Die Reise gegen Westen, führt zunächst per Canal über den westlichen Teil des Shannon-Erne Waterway. Bis Leitrim sind 11 Schleusen zu bewältigen, fährt man gen Osten zum Erne sind es nur 5. Zunächst ist aufwärts zu schleusen und man durchfährt auch immer wieder den einen oder anderen See. Ab Schleuse 9 von 16 des Shannon-Erne Waterway geht’s dann wieder abwärts. Zwischen Schleuse 8 und 9 ist die Wasserscheide. Die letzten Schleusen folgen in dichten Abständen bis kurz vor Leitrim.



Schleuse am Shannon Canal, zwischen Shannen und Lough Allen. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Ja, die Schleusen - immer wieder ein Hindernis, das emotional von Skipper und Besatzung sehr verschieden aufgenommen und natürlich je nach Region auch unterschiedlich gehandhabt wird. Auf dem Shannon-Erne Waterway ist Selbstbedienung angesagt. Unter Umständen ist an Schleuse 1 und 15 ein Mitarbeiter von Irish Waterway anwesend. Ich selbst bin eher froh, wenn mir keiner „reinquatscht“ und ich mei- ne gewohnte Routine an der Schleuse durchziehen kann. So kommen mir automatische Schleusen entgegen. Sie haben tadellos funktioniert, sind aber anders konzipiert als zum Beispiel in Frankreich. Wenn das Tor nicht aufsteht, ist ein Crew Mitglied vorher abzusetzen, um die Schleuse zu bedienen. Das einzige, was automatisch betrieben wird, ist das Schliessen der Wasserschieber nach Beendigung der Schleusung. Die beiden Schieber zum Öffnen des Wassereinlasses sind einzeln per Knopfdruck zu bedienen. Sie sind während des Öffnens auch zu halten. Somit kann man allerdings auch die Wassermenge selbst regulieren, die in die Schleusenkammer einlaufen soll. Auch die Tore werden über das Halten des entsprechenden Knopfes bedient. Beim Aufwärts Schleusen kommt das Wasser von unten in die Schleusenkammer und nicht aus einer Öffnung im Tor. So liegt das Schiff recht ruhig und das Schleusen ist deutlich angenehmer.

Um das alles überhaupt bedienen zu können, muss man eine Chip Karte erstehen, am besten beim Vermieter. Mit dieser Karte kann man aber auch an den verschiedenen Liegeplätzen von Irish Waterway duschen, die Waschmaschine benutzen und / oder das Schiff mittels einer Pumpe vom Abwasser befreien. Die Kosten für die Schleusung liegen etwa bei 0,65 €. Sollte man mit 2 Schiffen in die Schleuse einfahren, somit nur die Hälfte. Wenn man direkt nach einem entgegenkommenden Schiff in die Schleuse einfährt und man sich nicht zu viel Zeit lässt, kann man auch ohne Karte schleusen.


Der Anleger in Leitrim. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Für die sehr abwechslungsreiche Kanalfahrt von Ballinamore nach Leitrim sind etwa sechs Stunden einzuplanen, natürlich auch sehr abhängig vom Verlauf des Schleusens. Der kleine Ort Leitrim ist mit mehreren Pups ausgestattet. Der kleine Supermarkt ist südlich des Canals in Kombination mit der Tankstelle. Aber für die Ergänzung der Biervorräte ist er leider ungeeignet, da er keine Lizenz hat. Nur ein Pup in Leitrim ver- kaufte Bier für den Bord Vorrat. Mit diesen Vorräten wurden die Kehlen dann erstmal mit gefärbtem Gold gekühlt.



Auf dem Lough Allen. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Nach der Mündung des Canals in den Shannon – kurz hinter Leitrim – wendeten wir uns flussauf Richtung Lough Allen. Nach nur wenigen Flusswindungen kommt man zur Schleuse von Battlebridge. Ab hier ist der Shannon nicht mehr befahrbar und man nutzt einen kleinen Kanal bis zum Lough Allen. Die drei Schleusen sind nur etwas mehr als vier Meter breit und somit nicht für jeden Kabinen Kreuzer passierbar. Auch der Canal ist nicht viel breiter und man sollte einige Zeit für die Passage einplanen. Auch ist ein und derselbe Wärter für die drei Schleusen zuständig. War schon auf dem Shannon – Erne Waterway nicht wirklich grosse Betriebsamkeit, auf diesem Canal und auf dem Lough Allen waren wir praktisch alleine unterwegs. Eine beeindruckende Wasserfläche und Berge rings herum und in der Ferne. Von den zwei einzigen Anlegern hier wählten wir den am Ostufer (Cleighran More). Auch hier waren wir allein. In der Ferne nur vereinzelt Häuser, die Bordvorräte waren gefragt. Ein Ehepaar aus einem der Häuser verirrte sich bei seinem Abendspaziergang an den Steg. Man wird von allen Iren herzlich willkommen geheissen, man trifft hier wirklich sehr viele nette, hilfsbereite und offene Menschen. Der Abend schenkte uns eine phantastische Dämmerung mit Blick über den See. Da Loch Allen auch das Ende der Schifffahrt Richtung Shannon Quelle bedeutet, ging es am nächsten Tag erstmal wieder zurück nach Süden..


Der Anleger am südlichen Endes des Lough Key. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Unser nächstes Etappenziel war der Boyle River und Lough Key. Wieder auf dem Fluss Shannon, vorbei am Abzweig Richtung Leitrim und dem Shannon Erne Waterway, bogen wir nach einigen Kilometern Richtung Westen in den Boyle River ab. Auch hier ein abwechslungsreicher Verlauf über Fluss und Seen. Im Loch Key wendeten wir unseren Bug dann südlich , Richtung Forest and Activity Park. Hier gibt es drei Anleger. Der erste rechts in einer Bucht, ist klein und sehr ruhig. Auf der anderen Seite der Bucht ein etwas grösserer Anleger. Der Anleger am Südende von Lough Key ist neu gemacht und ähnlich einem Yachthafen mit Strom, Wasser und PumpOut. Zunächst ist es hier während der Öffnungszeiten des Parks und seiner Einrichtungen ungewohnt unruhig für die Erfahrungen unserer bisherigen Reise, allerdings ist der Spuk am frühen Abend mit dem Schliessen der Einrichtungen dann auch bald vorbei und die Bootsbesatzungen sind mit nur einigen wenigen Besuchern der schönen Natur unter sich. Und Boote waren nicht sehr viele da. Allerdings ist wohl in der Hauptsaison mit einer anderen Auslastung zu rechnen. Ein herrlicher Blick über den See und Castle Island in Richtung untergehender Sonne macht diesen Platz zu einem erlebten Traum. Lohnenswert ist ein abend- oder morgendlicher „Walk“ durch den Park ohne Touristenströme.


Romantischer Abstecher auf den Kilglass Lough. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Auf dem Weg zu unserem nächsten Etappenziel machten wir zunächst einen Zwischenstopp in Carrick-on-Shannon, um unsere Vorräte zu ergänzen. So sympathisch uns das eine oder andere Pup war, so klar wurde es uns auch hier: Irland ist besonders wegen seiner Natur rund um seine Gewässer eine Reise wert. Deswegen setzten wir auch unsere Fahrt nach dem Bunkern fort. Zunächst ging es auf dem Shannon weiter und nach Passieren der ersten Shannon – Schleuse erreichten wir Lough Boderg. Die Shannon Schleusen haben Platz für mehrere Hausboote und werden durch einen Schleusenmeister/-in bedient. Eine moderate Gebühr ist an jeder Schleuse fällig.

Am Ende von Lough Boderg bogen wir wieder Richtung Westen in ein kleines Gewässer ab. Durch kleine Seen mit einem engen, sich zwischen Schilf schlängelndem Fahrwasser fuhren wir Richtung Kilglass Lough. Am Ende wieder ein sehr schöner Anleger, allerdings auch hier Natur pur. Hier waren wir das einzige Hausboot. Einheimische Jugendliche waren anfangs zum Baden am Steg. Die Hälfte der Besatzung nutzte das saubere, klare Wasser ebenfalls zum Abkühlen. Der „Warmduscher“ (Autor) hielt das dann im Bild fest. Das einzige Boot, was ausserdem am Steg lag, wurde auch noch genutzt. Opa und Enkel drehten eine Runde an diesem schönen Abend. Über die Slip Anlage wurde an diesem Abend schliesslich auch noch ein Boot zu Wasser gelassen. Zwei Pärchen nutzten den Abend zum Wasserski. Trotz all dieser Aktivitäten hatten wir wieder einen herrlichen und sehr ruhigen Liegeplatz gefunden.


Abend in Grange. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Da hier das Gewässer endet, ging es am nächsten Tag wieder Richtung Shannon zurück. Zunächst machten wir aber noch einen Abstecher Richtung Grange. Dort ist das Ende des anderen befahrbaren Arms dieses Seitengewässers. Am Ende ein Pup mit einem kleinen Hafen ist auch eine Alternative für einen schönen Abend. Wir machten es uns auf der Terrasse in der mittäglichen Sonne erst einmal gemütlich.


Die grosszügige Marina in Portrunny. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Wieder zurück auf dem Shannon, ging es weiter Richtung Lough Ree. Wir wollten auf alle Fälle die Dimensionen dieses grossen Gewässers auf uns wirken lassen. Unser Ziel war Portrunny in der Cruit Bay. Vorsicht bei der Ansteuerung. Trotz Vermerk in der Karte sind wir zunächst in der Galey Bay gelandet. Der schöne Anleger am Ende der Bucht liegt sehr geschützt. Nur wenige einzelne Häuser sind zu sehen. Auch hier waren wir das einzige Charterboot neben drei einheimischen Booten.


Die Basis von Locaboat Holidays in Cloondara am Royal Canal. Foto. Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Am nächsten Tag ging es dann auf die letzte Etappe, nach Cloondara. Da wir am Vortag bereits den Abzweig nach Clondra und den Beginn des Royal Canal links liegen gelassen hatten, ging es jetzt wieder Shannon nordwärts. Vorbei an Lanesborough und seinem Torf Kraftwerk passierten wir nochmals Tarmonbarry Lock. Sollten sie Rauchwolken über der Region beobachten, sind dies keine Waldbrände sondern Staubwolken vom Torfabbau. Das Kraftwerk selbst verbreitete optisch keinen Dreck. Wir hätten auch den direkten Weg durch den Stichkanal und die kleine Schleuse Richtung Clondra nehmen können, aber uns wurde die Fahrt über den Camlin River sehr ans Herz gelegt. Diese Empfehlung können wir auch bedenkenlos weitergeben. Ein kleiner, wunderschöner Wasserweg schlängelt sich da durchs Land. Am Ende brachte uns dann die erste Schleuse des Royal Canals in das idyllische Hafenbecken von Clondra. Mit dem Besuch des Pups auf der anderen Seite des Hafens erfuhr unsere Reise abends einen würdigen Abschluss.

Unterwegs waren wir mit einer Penichettes 1020FB von Locaboat. Ein ideales Boot für zwei Ehepaare. Ausstattung und Zustand waren so wie der moderne „Bootsabenteurer“ es sich wünschen kann.


Die Metzgerei Herterich in Longford. Foto: Jürgen Reiter / wasserwege.eu
Zum Abschluss noch zwei Tips : Im etwa sieben Kilometer von Cloondara entfernten Longford gibt es - am zentralen Platz des kleinen Städtchens - eine hervorragende Metzgerei mit angeschlossenem Imbiss. Wir frühstückten dort sehr lecker. Am Abend davor lernten wir das Ehepaar Herterich – Inhaber dieser Metzgerei - im Pub am Hafenbecken kennen. Sie luden uns ein, bei ihnen am Tisch in der Abendsonne Platz zu nehmen. Die Familie ist vor fast einhundert Jahren aus Bayern nach Irland ausgewandert. Sollten sie sich da einmal bei Herterichs vor ihrer Bootstour bevorraten oder unserem Beispiel folgen und am letzten Morgen – nach Abgabe des Bootes - dort frühstücken, grüssen sie bitte vom Autor und seiner Crew. Zum Bahnhof sind es nach dem Frühstück dann nur ein paar Schritte.
Zum Einlesen empfehle ich das kleine Taschenbuch Irland : Shannon – Erne von Hartmut Engel aus der Outdoor Reihe ( Der Weg ist das Ziel ), erschienen im Conrad Stein Verlag. Ein sehr gut geschriebener und umfassender Einblick in das Revier.

Crew : Elke und Jürgen Windmeier, Soest. Ute und Jürgen Reiter, Lorsch.

Shannon Navigation Information



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