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Der grösste aus dem Ural kommende Nebenfluss der Wolga.



Kama Fluss | Russland: Steckbrief & Übersicht

Gewässer-Bewertung

Länge des Wasserwegs: 1045 km
Anzahl Schleusen: 3
Schleusendimensionen: 295 x 26.50
Max. Tiefgang: 3.50
Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll
Voraussetzungen: Boots-Führerschein vorgeschrieben
Gewässercharakter: Wasserweg in der Einsamkeit, ein Abenteuer
Gewässerprofil: Grossschifffahrts-Wasserstrasse
Landseitige Infrastruktur: Ungenügend

Weitere Informationen

Gewässer hat Anschluss an:


Der Fluss Kama
ist mit seinen 1805 km Länge der grösste Nebenfluss der Wolga. Seine Wasser werden durch die Stauseen (Kamastausee, Wotkinsker Stausee, Nischnekamsker Stausee) intensiv zur Stromerzeugung genutzt, doch können alle Staustufen problemlos durch imposante Schleusen passiert werden. Vom Zusammenfluss mit der Wolge bis Perm herrscht reger Berufsverkehr mit Fracht- und Personenschiffen, danach fahren noch einige wenige Einheiten bis zur Industriestadt Beresniki, danach finden sich keine Anlegestellen mehr.

Grosse Ortschaften am Fluss Kama

Die Bergwerk- und Industriestädte Solikamsk und Berezniki am Oberlauf werden heute von der Frachtschifffahrt nicht mehr angelaufen, doch beweisen die zum Teil noch bestehenden Hafenanlagen, dass dies bis zum 2. Weltkrieg noch der Fall war. Die Städte selbst sind in einem desolaten Zustand und verzeichnen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine starke Abwanderung.
Orjol
Diese alte Festungsstadt mit über 300’000 Einwohnern ist Hauptstadt der gleichnamigen Oblast und deren Verwaltungszentrum. Bis zur Industrialisierung durch die Sowjets war die Gegend der wichtigste Getreidelieferant für die Moskauer.
Dobryanka
Eine kleine Stadt mit knapp 40‘000 Einwohnern nördlich von Perm am Kama-Stausee.
Polazna
Eine ebenfalls am Kama-Stausee gelegene Sommerfrische für die Leute aus der Grossstadt Perm.
Perm
Nach westeuropäischen Massstäben ist Perm eine recht junge Stadt, wurde sie doch 1723, nach Kupfererzfunden in der Gegend, gegründet. Nach der Zusammenlegen der Städte Perm und Molotow (Prost!) hiess die Stadt bis 1957 Molotow, danach wieder Perm.
Zwischen 1980 und 2005 war sie die östlichste Millionenstadt Europas, verlor diesen Titel infolge starker Abwanderung dann an die Stadt Ufa, welche weiter südlich am Fluss Belaja liegt..Perm war seiner Rüstungsbetriebe wegen bis 1991 eine für Ausländer verbotene Stadt. Sie verfügt über einen Handelshafen, wird aber auch von der Personenschifffahrt angelaufen. Gleich nördlich der Stadt liegt der Staudamm mit Elektrizitätswerk und einer Schleuse mit 6 Kammern mit den Dimensionen 30 x 250 m.

Krasnokamsk
Eine moderne Stadt mit etwas über 50‘000 Einwohnern. Als Anleger fungieren ein paar morsche Dalben…
Ural’skiy
Umschlagplatz für die Holzindustrie, Anlegemöglichkeit.
Okhansk
Kleine Stadt mit 7500 Einwohnern mit sehr ländlichem Charakter und den notwendigsten Infrastrukturen.
Ossa
Die Stadt liegt am Wotkinsker Stausee in der Nähe der Mündung des Flusses Tulwa und ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Bezirks. Nachdem man um 1960 in der Gegend auf Öl gestossen ist, vergrösserte sich das Städtchen etwas, es hat heute ca. 23‘000 Einwohner.
Tschaikowsky
Die Stadt mit etwas über 82‘000 Einwohnern wurde erst im Jahr 1955 anlässlich des Baus des Kawa-Stauwehrs mit den Wasserkraftwerk erbaut. Der Damm wird mit einer Doppelkammerschleuse passiert, beide Kammern haben die Masse 28.5 x 295 m. Die Stadt verfügt über einen ansehnlichen Handelshafen, auch liegen hier zwei- drei Ausflugschiffe.

Sarapul
Die alte Stadt mit knapp 100‘000 Einwohnern verfügt über einige sehr schöne Bauten aus dem vorletzten Jahrhundert. Der kleine Handelshafen ist leider in keinem guten Zustand.
Nikolo-Berezovka
Die kleine Stadt hat einen kleinen Landungssteg für die Personenschifffahrt.
Nabereschnyje Tschelny
1930 erhielt das Örtchen mit nicht einmal 10‘000 Einwohnern das Stadtrecht. Was bis 1976 in etwa so blieb. Danach siedelte sich das Industriekombinat KAMAZ (LKW, Dieselmotoren, Panzer) hier an und die Bevölkerung nahm bis im Jahr 1989 auf 0,5 Mio. zu!

1982 tauften die Sowjets die Stadt in „Breschnew“ um, bald darauf war jedoch Breschnew nicht mehr Generalsekretär und man gab der Stadt ihren alten Namen zurück. Die Stadt verfügt über ausgedehnte Hafenanlagen.

Im Süden grenzt sie an den Nizhenkamkaya Staudam, welcher ebenfalls mit einer Doppelkammerschleuse versehen ist. Die Dimensionen: 25.5 x 294 m
Chistopol
Die Stadt ist Zentrum einer Getreideanbau-Region und hat dazu etwas Industrie (Nahrungsmittel, Uhren, Siemens) und eine Schiffswerft.